Pucon

26 12 2011

Unser Weg von Bariloche aus in Richtung Pucon führte uns über kleinere Pässe nach Chile. Wir wussten, dass Bariloche sehr geprägt ist von dem Vulkanausbruch in Juni 2011, doch die Gegend an der chilenischen Grenze sieht noch viel schlimmer aus, als wir es uns vorgestellt hatten. Die Wälder ersticken fast in der ca. 30 – 40 cm dicken Vulkanasche. In der Luft wimmelt es von tausenden Staubkörnern, wenn es windet, kann man kaum die Augen aufmachen. Der Grenzübergang und die umliegenden Berggipfel sahen aus, als hätte es erst gerade geschneit. Die Asche ist in diesem Teil von Chile allgegenwertig und macht den Bewohnern das leben schwer. Viele Menschen ziehen von hier fort, da es keine Lebensgrundlage mehr gibt und es wird in den kommenden Jahrzehnten nicht viel besser werden, denn der Wind trägt nur einen Bruchteil der Plage weg.

 

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Nach wieder einmal 12 Stunden Busfahrt erreichten wir das zum Glück verschonte Pucon. Hier können wir gleichmal unsere Kleider waschen und die Rucksäcke entstauben.  Wir waren auf unsere Unterkunft ganz gespannt, denn im Internet waren noch keine Bewertungen von anderen Reisenden abgegeben worden. War auch nicht möglich, da wir die ersten Gäste waren :). Don Daniel holte uns am Busbahnhof mit dem Auto ab. Ein sehr aufmerksamer, chilenischer Gentleman, den wir gleich ins Herz schlossen. Im Bed & Breakfast Frontera begrüssten uns Isabella und Leo aus Brasilien. Das Haus ist super 🙂 es hat einen riesigen Garten, jedes Zimmer hat eine Terrasse, es hat eine super schöne Küche, ein geräumiges Wohnzimmer und wir sehen von unserem Bett aus direkt an den Vulkan Villarica.  Der Ort ist einfach super um die kommende Vorweihnachtszeit zu verbringen.

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Wie immer steht und das gleiche nach der Ankunft an einem neuen Ort bevor und zwar Informationen beschaffen, den Ort erkunden wo man um welche Zeit zum Beispiel Esswaren einkaufen kann und so weiter. Pucon liegt an einem wunderschönen See, die Strände sind von dem vulkanischen Gestein ganz schwarz und sehen mit dem im Hintergrund saftigen grünen Wäldern speziell schön aus. Die ersten drei Tage hatten wir ganz schlechtes Wetter. Wir freuten uns darüber denn hier in der Gegend gibt es wahnsinnig schöne und viele heisse Quellen in denen man baden gehen kann.

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Wir fuhren einmal gegen 22:00 Uhr zur Quelle, um in der Nacht die heissen natürlichen Pools zu geniessen. Bis 03:00 Uhr am morgen hatte sie geöffnet, wenn es schönes Wetter ist, kommen die Leute erst am Abend wenn die Luft abkühlt und das bis zu 42 Grad warme Wasser schön angenehm ist. Wir hatten ca. 8 Grad Lufttemperatur also sehr angenehm, um in das dampfende warme Wasser zu steigen und zu relaxen.

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Am nächsten Tag regnete es schon eine ganze Weile, dicke Wolken durchzogen den Himmel. Das Wetter lud uns doch gleich nochmal in eine Therme ein. Wir mieteten uns für drei Tage ein Auto, sodass wir uns spontan bewegen konnten. Isabella vom Hostel hat uns gesagt, dass die “Therma Geometrica” anscheinend schön sein soll, sie wäre aber noch nie dagewesen und wisse dies nur vom hörensagen. Wir machten uns auf den langen Weg auf. Nach gut 50 km bog die Strasse auf eine Schotterpiste ab, nichts schlimmes dachten wir… denn es gibt ja überall immer wieder diese Strassen. Ich sah nach gut 20 Minuten ein Schild wo darauf stand “17 km Therma Geometrica”, oha, soll ich das jetzt Martin sagen (der das Schild nicht gesehen hatte) oder lieber nicht. Er schnaubte schon ein paar Minuten vor sich hin, weil ihm der Weg nicht all zu viel Freude bereitete. Ich sass schmunzelnd im Auto und sagte vorerst nichts… Martin: “was schmunzlisch so”?, Ich: 🙂 “nüt nüt”, Martin: Nei säg! Was gits zum lachä”?, Ich: han nu gschmunzläd wells no 17 km got bis mer dötä sind…”, Martin: “WAAAAAASSSSS 17 KM!!!” ja und dann war wieder ruhe im Auto :). Doch auch wir haben den etwas beschwerlichen Weg in den nasskalten Regenwald geschafft und haben die Thermen gefunden. Was nun kommt, hätten wir wirklich nicht gedacht!!! Es ist und war einfach umwerfend! Vor uns stand ein Ort wie im Bilderbuch. Ein dicht bewachsener Wald mit unzähligen kleinen Bächen, kleinen roten Holzstegen und kleinen roten Häuschen,  die über Bäche führen zu heissen Pools, die mit schönem Schifferstein gebaut wurden. Hier hat man sich wirklich Gedanken gemacht, wie man am besten einen Ort schafft, wo die Natur, Natur sein kann und wo gleichzeitig, wir Menschen, diese unglaublich einzigartige Gegend, so komfortabel wie möglich geniessen können. Richtig erholt und glücklich diesen Ort besucht zu haben kehrten wir ins Hostel zurück.

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Nach drei Tagen schlechtem Wetter kam nun endlich auch wieder die Sonne hervor. Wir bescherten uns für Weihnachten ein besonderes Geschenk und zwar den Aufstieg auf den Vulkan “Villarica”. Um 07:00 Uhr ging es los. Am Fusse des Vulkanes wurden wir mit dem Bus abgesetzt. Auf 1’400 m.ü.M. starteten wir mit sechs weiteren Abenteuerlustigen und drei Guides unsere Weihnachtstour. Die ersten zwei Stunden liefen wir über Schotter, tiefen Sand und Geröll bis wir beim Schneefeld ankamen. Es bildeten sich mit der Zeit zwei Gruppen. Eine Gruppe mit Martin und mir, einem Brasilianer und einer Australierin, die anderen drei Brasilianer bildeten die zweite Gruppe. Beim Schneefeld mussten wir den Helm, die Steigeisen und den Bickel montieren, sodass wir die kommenden vier Stunden sicher den Gipfel erklimmen konnten. Schritt für Schritt ging es langsam in Richtung Krater. Nach sechs Stunden, 1’400 Höhenmeter und sechs Kilometer Laufstrecke befanden wir uns nudelfertig am Ziel. Der Krater war nichts spektakuläres, aber die Kilometer weite Aussicht war grandios. Wir sahen viele weiter entfernt, noch grössere Vulkane, viele Seen und die schönen grün bewachsenen umliegenden Hügel. Am Schluss erwartete uns noch das Beste! Wir hatten beim Materialfassen einen  “Füdliumhang” bekommen und einen kleinen Plastikschlitten zum darauf sitzen. Unser Bergführer forderte uns auf, Skihosen, Skijacke, Füdliumhang (zum Schutz), Plastikteller und Helm zu montieren und los ging es, die 1’400 Höhenmeter auf dem Hosenboden abwärts. Man oh man, war dass ein Spass :)! Den Bickel musste man beim fahren in den Schnee pressen um abzubremsen und wenn man schneller sein wollte, dann musste man nur den Bickel in die Höhe halten und ein wenig die Beine anziehen. Die Fahrt nach unten dauerte im Gegensatz zum Aufstieg nicht allzulange. Schade, denn es machte uns doch so Spass!

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